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Agenten-Delegierte

Ein Agent muss nicht alles selbst können. Mit Agenten-Delegierten kann ein Agent andere Agenten wie Werkzeuge aufrufen und Teilaufgaben an sie abgeben. Der aufrufende Agent ist der Supervisor, die aufgerufenen Agenten sind Spezialisten (Delegierte). So arbeiten Agenten zusammen wie ein Team aus einer koordinierenden Leitung und mehreren Fachkräften.

Wenn das Sprachmodell des Supervisors entscheidet, dass es einen Spezialisten braucht, ruft es diesen synchron auf: Der Spezialist läuft, liefert seine Antwort zurück, und der Supervisor setzt das Gespräch mit diesem Ergebnis fort. Für die Benutzerin oder den Benutzer bleibt es ein einziges Gespräch mit dem Supervisor — die Delegation geschieht im Hintergrund und ist im Gesprächsverlauf als aufklappbarer, verschachtelter Aufruf sichtbar.

Prinzip: Gemeinsamer Workspace, eigenes Gehirn

Ein Spezialist läuft in einem Unter-Gespräch innerhalb desselben Projekts wie der Supervisor. Daraus folgt das Leitprinzip der Delegation:

  • Gemeinsamer Workspace — der Spezialist sieht dieselben Workspace-Dateien wie der Supervisor. Er kann lesen, was der Supervisor produziert hat, und eigene Ergebnisse als Dateien zurückschreiben. Das macht die Übergabe von Zwischenergebnissen zwischen Agenten möglich.
  • Eigenes Gehirn — der Spezialist nutzt sein eigenes Wissen und seine eigenen Werkzeuge, nicht die des Supervisors. Ein „Rechts-Spezialist" antwortet aus seinem Rechtskorpus, nicht aus einem verschwommenen Gemisch des gesamten Projektwissens.

Diese Trennung ist der Kern der Idee: Sie kombinieren einen breiten, koordinierenden Agenten mit mehreren fokussierten Spezialisten, ohne deren Wissensbasen zu vermischen.

Delegierte einrichten

Delegierte werden im Agenten-Editor verdrahtet (Admin-Bereich unter /admin/agents, siehe Agenten konfigurieren).

  1. Öffnen Sie den Agenten, der als Supervisor dienen soll. Im Abschnitt Agenten-Delegierte sehen Sie die bereits verknüpften Spezialisten.
  2. Klicken Sie auf Delegierten hinzufügen und wählen Sie aus der Liste einen Spezialist-Agenten aus. (Der Agent selbst und bereits verknüpfte Agenten erscheinen nicht in der Auswahl.)
  3. Hinterlegen Sie unter Wann dieser Agent verwendet werden soll eine Beschreibung. Sie ist standardmäßig mit der Beschreibung des Spezialisten vorbefüllt, sollte aber bewusst gesetzt werden — siehe unten.

Ein Delegierter ist kein separates Konfigurationsfeld, sondern erscheint als Eintrag unter den Werkzeugen des Supervisors. Jeder Agent kann Supervisor und Spezialist zugleich sein.

Die Beschreibung steuert das Routing

Der Supervisor entscheidet allein anhand der Beschreibung Wann dieser Agent verwendet werden soll, ob und wann er einen Spezialisten aufruft. Diese Beschreibung ist damit das wichtigste Konfigurationselement der Delegation — behandeln Sie sie wie eine Aufgabenbeschreibung für eine Fachkraft.

Formulieren Sie sie konkret und abgrenzend:

Für alle Fragen zu Arbeitsrecht, Kündigungsfristen, Elternzeit und Tarifverträgen. Nicht für allgemeine HR-Fragen wie Urlaubsanträge.

Vage Beschreibungen („Hilft bei verschiedenen Themen") führen dazu, dass der Supervisor den Spezialisten zu selten oder zur falschen Zeit aufruft.

Sicherheit und Grenzen

  • Identität — ein Spezialist läuft unter der Identität der aufrufenden Benutzerin oder des Benutzers und unterliegt derselben Zugriffssteuerung. Ein Supervisor kann Benutzern keinen Zugriff auf Agenten oder Daten verschaffen, die sie ohnehin nicht erreichen dürften. Ein Administrator muss jeden Spezialisten ausdrücklich verdrahten.
  • Schleifenerkennung — ruft eine Delegationskette einen Agenten auf, der bereits in der Kette vorkommt (A → B → A), wird der Aufruf abgewiesen. Das gilt auch über mehrere Ebenen hinweg.
  • Tiefenbegrenzung — Delegationsketten sind auf fünf Ebenen begrenzt, um Kosten und Laufzeit zu beschränken.
  • Kosten — jede Delegation ist ein zusätzlicher Modelllauf. Verschachtelte Delegation vervielfacht den Token-Verbrauch; die verschachtelten Aufrufe sind im Gesprächsverlauf sichtbar, sodass Kosten nachvollziehbar bleiben.

Anwendungsbeispiele

Support-Zentrale mit Fachbereichen

Ein Supervisor Kundenservice nimmt jede Anfrage entgegen und leitet sie an den richtigen Spezialisten weiter:

  • Abrechnungs-Spezialist — eigenes Wissen: Preislisten, Rechnungs- und Vertragsdokumente.
  • Technik-Spezialist — eigenes Wissen: Produktdokumentation; eigene Werkzeuge zum Prüfen des Systemstatus.
  • Onboarding-Spezialist — eigenes Wissen: Einstiegs- und Einrichtungsanleitungen.

Warum es funktioniert: Jeder Spezialist antwortet nur aus seinem eigenen Korpus. Der Kunde stellt weiterhin eine Frage an einen Ansprechpartner, erhält aber präzise Fachantworten ohne vermischtes Wissen.

Recherche- und Berichts-Team

Ein Supervisor Berichts-Koordinator (mit aktivierten Workspace-Dateien) erstellt einen Bericht in Zusammenarbeit mit zwei Spezialisten:

  • Web-Rechercheur — verfügt über Web-Werkzeuge, recherchiert und legt die Ergebnisse als Dateien im gemeinsamen Workspace ab.
  • Datenanalyst — liest diese Dateien, wertet sie aus und schreibt eine Zusammenfassung samt Tabelle zurück in den Workspace.

Der Koordinator setzt aus den Zwischenergebnissen den fertigen Bericht zusammen.

Warum es funktioniert: Dies nutzt den gemeinsamen Workspace als Übergabe­punkt — ein Agent produziert Dateien, der nächste baut darauf auf.

Bürgerservice einer Verwaltung

Ein Supervisor Bürgerservice beantwortet allgemeine Anfragen selbst und delegiert fachspezifische Fragen an die zuständige Stelle:

  • Bauamt-Spezialist — eigenes Wissen: Bauordnung, Antragsverfahren.
  • Meldeamt-Spezialist — eigenes Wissen: Melde- und Ausweisangelegenheiten.
  • Abfall-Spezialist — eigenes Wissen: Abfuhrtermine, Trennungsregeln.

Warum es funktioniert: Bürgerinnen und Bürger brauchen nur einen Einstieg, während jede Fachabteilung ihre eigene, gepflegte Wissensbasis behält.

HR-Assistent mit Rechts-Spezialist

Ein Supervisor HR-Assistent beantwortet alltägliche Personalfragen aus seinem eigenen Wissen und delegiert nur heikle arbeitsrechtliche Fragen an einen Arbeitsrecht-Spezialist mit eigenem juristischem Korpus.

Warum es funktioniert: Der breite Alltagsagent bleibt schnell und einfach; das spezialisierte Fachwissen wird nur dann herangezogen, wenn es wirklich gebraucht wird.

Verwandt: Team-Chat

Bei der Delegation geschieht die Zusammenarbeit im Hintergrund eines einzigen Agentengesprächs. Wollen Sie stattdessen ein sichtbares Mehrpersonengespräch, bei dem Benutzerinnen und Benutzer mehrere Agenten unter eigenem Namen ansprechen und antworten sehen, nutzen Sie den Team-Chat.